Und zwar hat man von dem wohl zweifellos feststehenden Satz auszugehen, daß alle Dichtung ursprünglich Gesang war, und zwar vermutlich Gesang begleitet von Tanz, d.h. rhythmischen Bewegungen des Körpers. Ja, man kann vielleicht sogar soweit gehen, zu sagen, daß die gebundene Rede überhaupt dadurch entstand, daß man die Rede rhythmischen Tanzbewegungen anzupassen suchte. An der Hand von Tanz und Gesang, dann weiter an der Hand des Gesangs allein haben sich die spezifischen Formen der gebundenen Rede entwickelt.
Eduard Sievers, Rhythmisch-Melodische Studien 1893
Ich habe mich gefragt, ob es nicht möglich ist, im Sinne dieser Erkenntnis auch von der Rede wieder zurückzuschließen auf rhythmische Muster – und kann man diese nicht durch Körperbewegung am besten nachmachen und behalten?
Sprache(n) und Musik haben mich schon immer fasziniert. Warum also nicht Töne beim Spracherwerb nutzbar machen? Angeregt durch eigenes Musizieren (Saxophon) und Auslandsaufenthalte (Brasilien, Frankreich) wandte ich mich der "Musik der Sprache" zu. Im Rahmen meines Germanistikstudiums beschloss ich, ein grundlegendes, einfaches Programm für die deutsche Intonation zu erstellen. Schließlich schrieb ich meine Magisterarbeit über dieses Thema.
Instrumente wie Trommel (für den Sprachrhythmus) und Posaune (für die Sprachmelodie) dienen als Hörverstärker – man muss aber keinesfalls musikalisch sein, auch nicht musikalisch vorgebildet!
Die Methode ist eine Synthese...
Die Methode ist eine Synthese aus klaren Regeln (sehr systematisch) und musikalischen und logopädischen Elementen. Das führt zu einer Unterstützung der Aussprache durch Körperbewegungen, denn das Wissen der Regeln hilft oft allein nicht weiter. Sie ist also sehr praxisbezogen und zielt auf den direkten Output. Auch das "Erhören" wird geübt durch den ständigen Vergleich mit eigenen Aufnahmen.
Neben dem Einsatz musikalischer Elemente und zielgerichteter Körperbewegungen arbeite ich "ganzheitlich", d.h. ich versuche, alle Sinne im Sinne der Lernkanäle anzusprechen, zumindest die drei wichtigsten: Sehen, Hören, Fühlen. Als Suggestopädin sind mir darüber hinaus eine angenehme Lernatmosphäre und der Wechsel von aktiven und ruhigen Phasen im Unterricht sehr wichtig.
Meine Methode wurde ausgezeichnet mit dem Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2001.

